Mein Oktober…

Mein Oktober…

Eigentlich wollte ich ja wieder regelmäßiger bloggen. Und nun ist der Oktober schon vorbei, ohne dass ich auch nur einen einzigen Beitrag geschrieben habe. Dabei hätte es wirklich genug zu erzählen gegeben.

Es war ein großartiger Monat! Einer voller Veränderungen, neuer Begegnungen und schöner Erlebnisse. Es ergab sich, dass Gartenumbau und Hausumgestaltung irgendwie parallel laufen mussten, obwohl ich das lieber nacheinander gemacht hätte. Inzwischen ist der Garten fast fertig, was auch mein Oktoberziel war. Eine Pflanzenbestellung steht noch aus und ich bringe sie und die 400 wartenden Blumenzwiebeln hoffentlich in der kommenden Woche endlich in den Boden. Im Haus sind wir weiterhin fleißig dabei, die Zimmer neu zu verteilen. Das nimmt langsam Form an. Und auch sonst ist einiges in Bewegung geraten. Ich habe interessante Menschen kennengelernt, neue Dinge angefangen und alte Gewohnheiten wieder aufleben lassen. Und dann haben sich noch ein paar medizinische Baustellen aufgetan. Das ist jetzt wohl dieses Alter…

Aber ich habe diesen goldenen Oktober auch genossen. Ich drehe jede Woche meine frühe Walkingrunde mit einer Freundin im Wald. Bei Sonnenaufgang und Nebel über den Blättern am Boden. Diese Runden sind wunderschön. Überhaupt tut es mir gerade gut, wieder mehr in Bewegung zu sein. Ich kann aktuell jede Woche meine Leistung ein wenig steigern.

Aber so schön das alles war, so anstrengend war es auch. Die Tage waren oft randvoll, und abends war ich manchmal einfach nur froh, endlich auf dem Sofa zu sitzen. Für vieles, was ich eigentlich gerne mache, blieb schlicht nichts übrig.

Und das tut mir durchaus weh.

Besonders vermisse ich meine abendlichen Ausflüge nach Azeroth und die gemeinsamen Abende mit den Gildenfreunden. Es fehlt mir, mit diesen Menschen für ein paar Stunden in eine andere Welt abzutauchen, in der man die nächste Quest getrost auch mal aufschieben oder ganz sein lassen kann. Mir fehlt das Quatschen und Lachen. Mal waren da Abendtermine, mal war mein Gaming-PC wegen unserer ganzen Umräumerei nicht benutzbar. Viel zu oft blieb nur noch Kraft für irgendeine hirnbefreite Sendung im Fernsehen auf dem Sofa, weil das die einzigen Minuten des Tages mit dem Mann waren, ohne den ich das alles gerade gar nicht schaffen würde.

Der Oktober war trotzdem wunderschön, und ich freue mich über all das, was wir geschafft und erlebt haben. Aber ich merke auch, dass ein erfüllter Alltag nicht nur daraus bestehen kann, immer neue Dinge anzupacken. Es muss auch mal was fertig werden! Und es muss vor allem Platz bleiben für das, was mir persönlich wichtig ist.

Der November wird vermutlich nicht weniger turbulent. Es sind Dinge zu Ende zu bringen. Und die nächsten Aufgaben warten schon. Aber ich werde dieser Tage unbedingt wieder in Azeroth vorbeischauen.

Und ich hätte auch für hier noch ein paar Alltags-Geschichten zu erzählen…

Wochenend-Wahnsinn

Wochenend-Wahnsinn

Das letzte Wochenende war unfassbar dicht. Kaum Zeit für eine Atempause. Wir hatten gleich zwei Veranstaltungen mit der Kirchengemeinde. Zur Erklärung: Der Mann und ich wuppen gemeinsam die verschiedensten Veranstaltungen bei uns – sowohl technisch als auch organisatorisch.

Am Samstag waren wir mit einem Essenstand auf einem großen Fest in unserem Stadtteil. Dort war ich nur bei den Vorbereitungen und beim Einkauf im Einsatz. Am Fest selbst konnte ich mich raushalten. Dafür hab ich an diesem Tag einen riesigen Topf Kürbissuppe gekocht. 25 Liter, und sie war echt lecker. Wenige Stunden später war sie leider gekippt und unbrauchbar. Zehn Kilo Kürbis, fünf Kilo Kartoffeln, ein Kilo Zwiebeln … für die Tonne. Die Suppe war bestimmt für unseren Erntedank-Gottesdienst. Die Kirche war voll. Mittagessen war angekündigt. Ich konnte das einigermaßen retten mit dem, was wir noch in der Tiefkühltruhe hatten. Nachdem die Sache gerettet war, hab ich mir einen Nervenzusammenbruch auf dem Küchenboden gegönnt. Ich war fix und fertig.

Nach einiger Recherche weiß ich jetzt, woran es gelegen hat: an der großen Menge. Ich habe es für unproblematisch gehalten, den heißen Topf die paar Stunden im 14 Grad kalten Keller stehen zu lassen. Aber die große Menge kühlt nur sehr langsam ab. Die Suppe befindet sich zu lange Zeit in einem Temperaturbereich, in dem Bakterien und anderes sich pudelwohl fühlen. Die Lösung ist, entweder über 60 Grad warm halten oder in kleinere Gefäße umfüllen und schneller runterkühlen. Unsere Lösung für nächstes Jahr wird aber sein: am Vortag alles schnibbeln, kühlen und am Veranstaltungstag morgens um 6 Uhr aufstehen und dann erst kochen. Wir sind ja lernfähig.

Herbst

Herbst

Da bin ich wieder.

Nach ziemlich langer Zeit habe ich hier aufgeräumt, die alten Beiträge erstmal alle ins Privat-Archiv geschickt, aber dabei festgestellt: Ich vermisse das Schreiben.

Also schreibe ich.

Im Moment genieße ich sehr den beginnenden Herbst – meine liebste Jahreszeit. Ich mag dieses Gefühl von Veränderung, wenn die Tage kürzer werden, die Luft kühler und morgens die Nebelschwaden über dem Wasser hängen. Es ist die Zeit, in der ich mich über Tee und Kerzen freue und darüber, dass ich wieder Stiefel und meine Lieblingsjacke anziehen kann.

Veränderung ist sowieso gerade ein gutes Stichwort. Viele Dinge haben sich hier geändert. Die Kinder sind inzwischen groß. Das erwachsene Kind ist vor kurzem in seine eigenen vier Wände gezogen, trifft Erwachsenen-Entscheidungen und lädt uns zu Kaffee und Kuchen ein. Verrückt… Nachdem er nun ausgezogen ist, wird auch hier im Haus gerade kräftig umsortiert und ein paar Zimmer bekommen eine neue Bestimmung. Und im Herbst geht es jetzt auch mit professioneller Hilfe dem Garten an den Kragen, den ich aus verschiedenen Gründen das ganze Jahr vernachlässigt habe.

Überhaupt ist gerade einiges in Bewegung. Schönes, Neues, aber auch Dinge, die nachdenklich machen. Das Älterwerden zum Beispiel fühlt sich plötzlich ein bisschen anders an, wenn die Elterngeneration nun gesundheitlich stark abbaut und die Rollen sich langsam verschieben. Aber darüber vielleicht ein anderes Mal…

Heute freue ich mich erst einmal darüber, wieder hier zu sein! Und darauf, wieder Geschichten zu erzählen. Kleine und große, banale und aufregende, schöne und weniger schöne … Momentaufnahmen eben aus meinem ganz normalen Leben.

Frau mit Facetten
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