Archiv für den Monat: Mai 2020

Beweg dich!

Vor einer Weile musste ich die bequeme Hose gegen eine Jeans tauschen, weil ich einen Termin hatte. Das war eine ziemliche Quälerei und ich war froh, als ich wieder daheim war und das inzwischen viel zu enge Ding wieder ausziehen konnte. Dann dauerte es noch eine Weile und letzte Woche hat es mich gerappelt. Ich stieg endlich wieder auf die Waage und sah der Wahrheit ins Auge. Das, was ich jeden Tag auf den Tisch stellte – nein falsch – die Portion, die davon jeden Tag auf meinem Teller landete, passte überhaupt nicht zu der eingeschränkten Bewegung der letzten Wochen.

So schön es war, mich mal eine Weile ganz zurückzuziehen, nur auf den engsten Familienkreis zu konzentrieren, den Schrittzähler in dieser Zeit auszuziehen, Lieblingsgerichte zu kochen und abends auf dem Sofa mit Chips und Schokolade Familienfilme zu schauen … ich bin nicht gewillt, meine ohnehin zu großen Jeans gegen noch größere auszutauschen. Auch die Rücken- und Knieprobleme, die sich massiv verstärkt haben, sprechen Bände.

Nun schnüre ich jeden zweiten Tag die Laufschuhe, bin aber noch weit vom Joggen entfernt. Dafür walke ich eben etwas länger durch die Gegend. Heute war ich 2 Stunden unterwegs. Das waren etwas über 5 Kilometer, ein Pokémon-Go-Arenakampf und zwei Schwätzchen mit Menschen, die ich lange nicht gesehen habe…

Für die Tage dazwischen habe ich mir Therabänder bestellt. Dazu habe ich mir speziell Übungen für Leute, die nix können, aber Rückenschmerzen haben, rausgesucht. Fündig geworden bin ich beim Videokanal einer Krankenkasse, von denen ich zwei Videos zweimal durchturne. Dann gibt’s den Morgenkaffee und erstaunlicherweise sind nach diesen Übungen wirklich die Rückenschmerzen weg, mit denen ich normalerweise jeden Tag starte. Das erste Mal kam mir das wie ein Wunder vor und ich habe jedem davon berichtet, der es nicht hören wollte. Was für eine unfassbare Erleichterung!

Gedankenschnipsel

Diese Woche habe ich endlich die über 9 Jahre verbloggtes Leben meines alten Blogs in PDF-Dateien verpackt. Und bei dieser Gelegenheit habe ich sehr viel in den alten Artikeln gelesen, gelacht und auch etwas geweint. Viele Erinnerungen sind sehr schön. Einige Erinnerungen sind traurig. Manche Erinnerungen sind beides… Es ist ein bisschen schade, dass ich nicht auch die Kommentare archivieren kann. Und noch mehr bedauere ich aus heutiger Sicht, dass ich die fünfeinhalb Jahre davor nicht aufbewahrt hatte. Eigentlich hatte ich dort nämlich über 15 Jahre (fast 16 Jahre) geschrieben. Nun ist es Zeit, dieses Kapitel zu schließen…

Und dann muss man einfach auch wieder ins Hier und Jetzt zurückkehren!

Ich habe diese Woche außer dem Stativ auch noch ein paar andere technische Spielereien bekommen. Ich durfte nämlich Geburtstagsgeld verbraten 😉 Nun besitze ich ein Ringlicht und oh mein Gott! Ist das gnadenlos HELL! Ich habe es getestet, aber ich werde mich damit nie wieder ohne Make up selbst fotografieren. Alter Falter, bin ich alt geworden…

Dieser Tage bin ich auch sehr lange alleine mit dem Hund durch strömenden Regen gelaufen. Das war absolut nötig und reinigend. Und mir sind keine Menschen begegnet. Endlich wieder tief durchatmen, die trüben Gedanken abwaschen und den Kopf frei bekommen. Und dann sind nun auch endlich die ganzen Pollen aus der Luft weg.

Die Fahrräder sind wieder fit. Diverse Sportgeräte für daheim liegen bereit und werden auch genutzt. Ans Springseilspringen muss ich mich aber erst wieder gewöhnen. Aber diese modernen Profiteile sind wirklich toll. Kein Vergleich zu diesen Normaloseilen, mit denen wir durch unsere Kindheit gehüpft sind. Und die dem Sohn inzwischen sowieso alle viel zu kurz sind.

Überhaupt wird der Sohn mir demnächst über den Kopf wachsen. Seit dieser Woche wissen wir dank Dr. Google nun auch, dass man vom sehr schnell Wachsen auch in der Pubertät Dehnungsstreifen bekommen kann, was uns jetzt die rätselhaften „Narben“ auf seinem Rücken erklärt. Dass das vom Prinzip her Schwangerschaftsstreifen sind, fand er jetzt weniger lustig. Ich schon 🙂

Das mit dem „Zu Hause Bleiben“ funktioniert bei uns nach wie vor wunderbar. Bis auf die normalen kleinen Reibereien um Hausaufgaben, aufgeräumte Zimmer oder Spülmaschine ausräumen streitet hier niemand wirklich mit irgendwem, obwohl wir nun alle vier seit 6 Wochen zu Hause sind. Der Medienkonsum und die Videospielzeit der Kinder ist zwar gestiegen, aber die Familienzeit auch. Und manchmal ist es beides, weil es Videospiel-Familienzeit oder ein Familienabend im Heimkino ist. Aber auch die analoge miteinander verbrachte Zeit ist auf sehr wertvolle Art und Weise gestiegen. Das tägliche gemeinsame Mittagessen werde ich später sehr vermissen. Und für so viele Spieleabende ist unter normalen Umständen auch nicht so viel Zeit. Die erste kleine Radtour hat nun auch gezeigt, dass der Dackel jetzt ein Problem damit entwickelt hat, alleine zu bleiben. Diese Sache, die noch nie ein Problem war, werden wir nach dem Corona-Mist nun trainieren und üben müssen…