Archiv der Kategorie: Familie

Das zweite Lichtlein…

Eine Kerze nach der anderen leuchtet und so langsam weicht auch die Anspannung, die der Beginn der Adventszeit bei uns so mit sich bringt – einfach deshalb, weil da zusätzlich zu den privaten Aufgaben noch sehr viele ehrenamtliche Dinge zu tun sind. Und möglicherweise wäre es besser gewesen, mit der letzten Renovierung bis dahin durch zu sein. Aber nun kehrt Ruhe ein und adventliche Stimmung. Und das Schlafzimmer ist auch fast fertig renoviert 😉

An den Adventssonntagen ist immer etwas Besonderes und Größeres in den Adventskalendern der Kinder. Gestern war es ein Familien-Kinobesuch. Spätestens seit dem Trailer, in dem der lustigste Schneemann der Welt eine Hildegard im Wald sucht und sich dabei kaputtlacht wollte sogar der große Sohn den zweiten Teil der Eiskönigin sehen. Dabei haben wir das tolle Kino in Speyer für uns entdeckt. Eigentlich sind wir immer per Brücke über das große Wasser gefahren, um eins der Kinos in der großen Nachbarstadt zu besuchen. Da wir aber hier seit einer gefühlten Ewigkeit verkehrstechnisch „eine Situation“ haben, versuchen wir uns mehr und mehr auf unserer Uferseite zu orientieren.

Ich hoffe, ich spoilere jetzt niemanden, aber Hildegard gibt es nicht. Dafür wurde ich an weise Worte erinnert, die nicht neu sind, aber die ich leider immer wieder vergesse, sobald ich mich überfordert fühle: Wenn der Berg vor dir unbezwingbar groß erscheint, zählt immer nur der nächste Schritt. Wenn ich das mal als klangvolle Weisheit irgendwo finde, hänge ich es mir an den Kühlschrank… (hat bestimmt in Wirklichkeit schon Konfuzius gesagt)

Apropos Kühlschrank: Dort hängt seit dem Wochenende auch die sehr schlaue Weihnachtskarte von der liebsten Internetfreundin… Danke <3

In diesem Sinn also: Weiteratmen! Und nur den nächsten Schritt machen, oder so 😉

Karussellfahrt

Jedes Jahr irgendwann im Sommer kommt sie meistens, die Feststellung der Kinder: Wir waren dieses Jahr noch gar nicht im großen Freizeitpark! Wann fahren wir? Wir waren auch dieses Jahr.

Unsere Familie ist in Sachen Nervenkitzel sehr zwiegespalten. Der Mann steigt ins Kettenkarussell, in die drehenden Tassen und in eigentlich alles, sofern es ausschließlich vorwärts fährt und einem dabei nicht durch große Gefälle oder massive G-Kräfte den Magen umdreht. Mit anderen Worten: ich darf die Kinder beim Achterbahnfahren begleiten. Dafür hasse ich das Kettenkarussell.

Trotzdem bin ich froh, dass die ganz großen Achterbahnen erst ab einem Alter erlaubt sind, in dem ich dann nicht mehr mit einsteigen muss. Dieses Jahr bin ich an die Grenze des mir Möglichen gestoßen, indem ich mit der verrückten Tochter zum ersten Mal die große Holzachterbahn gefahren bin. Der große Sohn ist nicht ganz so verrückt und schüttelt darüber nur den Kopf. Das große wilde Mädchen kennt allerdings keine Angst.

Ungefähr so läuft es im übertragenen Sinne auch gerade bei uns im richtigen Leben. Wir fahren Achterbahn. Alles geht rasend schnell. Manchmal hilft nur Augen zu und durch. Und weiteratmen. Manchmal dreht sich einem auch der Magen um. Aber oft ist es auch alles ziemlich schön.

Und manchmal muss man eben auch mal aussetzen und aus dem ganzen Rummel aussteigen…

Und irgendwann kann man dann auch wieder mitfahren 🙂

Wenn die Welt ein bisschen Kopf steht

Manchmal hilft eben nur ein Rückzug. Der Sommer war … anspruchsvoll. Möglicherweise hatten wir uns – hatte ich mir – einfach zu viel vorgenommen. Dunkel erinnere ich mich daran, dass mir das im letzten Sommer auch schon so ging… Und auf einmal ist Oktober 🙂

Auf einmal sind wir schon wieder in den Herbstferien. Beide Kinder gehen nun seit ein paar Wochen auf die gleiche weiterführende Schule. Der große Sohn hat sich in den letzten beiden Jahren in atemberaubendem Tempo in die Pubertät gestürzt und kaum einer will glauben, dass er erst 12 ist. Auch das Töchterlein hat einen Entwicklungsschub hingelegt, dass mir zeitweise schwindelig wurde. Und ja, ich weiß, das ist erst der Anfang. Insgesamt gesehen ist das wundervoll und ich genieße diese Zeit sehr. Große Kinder sind toll!

Geburtstagshund

Das faltige und verrückte kleine Energiebündel mit den Riesentatzen von damals hatte gestern Geburtstag und ist nun schon 5 Jahre alt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das Leben ohne ihn war. Er gehört dazu, als wäre es nie anderes gewesen. Und nein, wir veranstalten für den Dackel kein Geburtstags-Bohei. Möglicherweise hat er aber ein, zwei Leckerli mehr als sonst bekommen…

Sein Lieblingsplatz ist tagsüber der Garten und abends das Sofa – grundsätzlich aber immer in unserer Nähe. Er weicht uns nicht von der Seite. Er steht neben mir in dem Beet, in dem ich gerade Unkraut rupfe. Oder er liegt unter meinem Schreibtisch – wie jetzt gerade – wenn ich schreibe oder arbeite. Er ist der Grund, warum weder ich noch die Kinder ins Bett wollen, wenn wir krank sind. Statt dessen bauen wir ein Krankenlager auf dem Sofa, weil dort der Dackel hin darf. Dackelkuscheln ist nämlich die allerbeste Medizin.

Kein Hunde-Spielzeug lebt länger als 24 Stunden. Aber der alte zerpflückte Lederball ist ein echter Begleiter fürs Leben.

Und jetzt das Aber…

Er ist der wunderbarste Familienhund, den ich mir vorstellen kann. Aber trotzdem ist es manchmal etwas kompliziert. Manche Dinge brauchen sehr lange und sehr viel konsequente Geduld, um sie in einem Dackelgehirn zu verankern. Er ist zwar sehr klug und versteht alles, was ich von ihm will. Aber er ist ein Jagdhund. Genauer gesagt ein Erdhund, der dafür gezüchtet wurde, tief im Fuchsbau steckend eigene Entscheidungen zu treffen, wenn der Jäger außer Hör- und Sichtweite ist. Beide Elternteile waren aktive Hunde in der Jagd. Seine Mutter (der Hund unseres Jägerfreundes) durfte sogar mal nach Russland zu einer Weltmeisterschaft im Fährtensuchen.

Unser Alwin jagt nun zwar lieber Blätter als Füchse, aber eigene Entscheidungen treffen kann er gut. Und dort liegt das Problem: er versteht genau, was ich von ihm will. Er versteht sogar, dass es sich lohnt, weil ein tolles Leckerli dabei rausspringt. Aber er muss erstmal drüber nachdenken, ob er nicht vielleicht eine bessere Idee hat. Und er findet seine Idee sehr oft viel besser, folgt meiner Anweisung dann aber nach der zweiten oder dritten Aufforderung. Das führt manchmal zu einer inneren Unsicherheit, die man ihm ansieht. Es ist meine Aufgabe, die Geduld und Konsequenz aufzubringen, die ihm Sicherheit in solchen Situationen gibt. Beides fehlte mir lange Zeit aus guten Gründen. Ab jetzt gehen wir einen neuen Weg mit einer neuen Hundetrainerin.

Alles neu macht der Mai

Hallo ihr Lieben in meinem neuen Blog – falls denn jetzt schon jemand hier her finden sollte… Ich bin nicht wirklich neu in der Bloggerwelt. Aber ich habe beschlossen, dass ich hierher umziehen möchte und nochmal von vorn beginne. Eigentlich war ich nun viele Jahre im FacettenReich zu Hause. Jetzt möchte ich das selbst in die Hand nehmen und habe mich bei WordPress eingelesen. Noch ist nicht alles, wie ich es mir vorstelle. Ich probiere und teste noch ein wenig rum. Aber im Großen und Ganzen denke ich, ich werde mich hier wohl fühlen. Es wird also noch ein wenig gebaut hier. Auch möchte ich den nächsten Wochen noch ein paar alte Beiträge hierher holen, während die neuen Beiträge für eine gewisse Übergangszeit in beiden Blogs erscheinen werden. Es kribbelt mich nun in den Fingern. Ich möchte hier endlich anfangen…

Unser Ausflug zum 1. Mai

In den Mai gestartet sind wir gestern mit einem Ausflug in den Pfälzerwald. Es war auch ein Kennenlern-Ausflug. Das große Kind, das eigentlich zwar tatsächlich ziemlich groß, aber doch noch recht jung ist, stolpert gerade Hals über Kopf in die Pubertät. Ich bin ein wenig überfahren aber auch sehr fasziniert davon, wie sehr er sich im letzten halben Jahr verändert hat. Und ich bin auch sehr stolz auf ihn, wie gut und selbstverständlich er das bisher meistert. Jedenfalls hat er an Ostern quasi „als Geschenk“ verkündet, er hätte nun eine Freundin. Und gestern wollte er, dass sie mit uns wandern geht. Weil nun aber ihre Eltern auch wissen wollten, was wir so für Leute sind, kam auch ihre Mutter mit.

Privater wird’s jetzt nicht. Aber ich war sehr angenehm überrascht. Ich bin ja nun nicht unbedingt eine, die schnell Kontakte knüpft. An fremde Menschen muss ich mich erst wochenlang rantasten. Und meist muss ich vorher noch den ersten Impuls überwinden, auszuweichen. Aber mit dieser Familie habe ich mich auf Anhieb wunderbar verstanden. Wir haben viel geredet, viel gelacht und uns direkt in den nächsten Tagen zum grillen verabredet. Kind und Freundin sind glücklich und ich glaube, ich habe da auch etwas Erleichterung gesehen.